Performative Peinlichkeitsakte

Januar 7, 2010 at 3:34 pm (Uncategorized)

In Göttingen und anderen Städten, in denen das dumme Studentenvolk momentan als performativer Duracell-Hase von morgens bis abends überlegt, ob man als nächste Aktion wieder eine „Credit-Point-Jagd“ im Hörsaal oder doch lieber kreativ von der Treppe in der Z-Mensa als „Bildungsleiche“ sich herabhängen lässt; überall dort also, wo Baissdemokraten und andere Unmöglichkeiten sich in einem Plenum zusammen tun, in dem keine wertenden Beiträge erlaubt sind, will man weiter machen nach dem Motto: Hauptsache es bewegt sich was, die Richtung ist egal.

Es gibt einige Menschen, der Haltung zu dieser Bewegung nahezu richtig ist. Andere wiederum weinen, weil sie meinen es muss ums Ganze gehen und dabei nicht verstehen, das das Ganze zwar im Reflexionsprozess mit eingedacht werden muss, jedoch das Ganze nicht zur Disposition steht, es also keine Revolution geben wird bzw. sollte, an deren Spitze Studenten stehen, die niemals die Schuld für ihre Unfähigkeit bei sich, sondern immer bei anderen suchen.

Ein Experte für Kritik des Bildungswesens ist Magnus Klaue. Dieser hat in einem Dossier, das demnächst online sein wird, die bisher beste Analyse des studentischen Elends abgegeben:

Im Grunde hätte die kollektive Euphorie niemanden überraschen dürfen: In puncto Geist und Bildung herrscht seit jeher Generalstreik, und wer Bücher nur auf Befehl liest, dürfte sich hier schon immer zu Hause fühlen

Oder mit meinen Worten, die bereits prophetisch vor Monaten äußerte: Einen Bildungsstreik kann nur derjenige betreiben, der sich vorher bereits „gebildet“ hat, was bei der ganz überwiegenden Mehrheit der „Student_Innen****Hdgdl*grins*“ nicht der Fall sein dürfte.

Ein anderer Halb-Prophet hatte ebenfalls bereits vor längerer Zeit auf etwas aufmerksam gemacht, das Klaue ebenfalls aufgefallen ist:

(…)[D]ass nämlich Bildung ein „Eigentum“ ist, das zwar erworben, aber nicht zugeteilt, das zwar zunichte gemacht, aber nicht „geklaut“ werden kann.

Wäre Bildung eine Ware, die man im Supermarkt aus dem Regal nehmen kann, so wäre klar, dass die Bastelfreaks in Göttingen und anderswo im Supermarkt für Qualitätsdummheit einkaufen waren.

3 Kommentare

  1. cosmojl said,

    qualitätsdummheit, ja in der tat, aber auch nur wenns die im rewe in der annastraße geben würde.
    alles andere ist zu weit weg vom campus

  2. yourenlightenment said,

    Sicherlich. Ich freu mich schon auf Fasching, da sind die postmodernen Karnevalisten wieder in ihrem Element und werden bestimmt wieder kreative Proteste organsieren.

  3. cosmojl said,

    naja dank queerer performität ist ja das ganze jahr fasching und das sogar pc un sot

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